Unterrichtsmaterial

--> Zur Materialsammlung

„Bei uns doch nicht!“ Das ist eine oft gehörte Reaktion, wenn es um das Grauen des Nationalsozialismus geht. Berlin, Nürnberg, die großen Konzentrationslager, ja. Aber hier?

Die vorliegende Materialsammlung will dazu beitragen, diese Sichtweise zurechtzurücken. Am Beispiel der Ermordung von psychisch oder physisch kranken Menschen oder welchen, die so eingeordnet wurden, soll am Beispiel der Stadt Backnang gezeigt werden, wie die Geschehnisse in Berlin, Stuttgart, Backnang und der Mordanstalt Grafeneck zusammenhingen. Anhand einer Materialsammlung sollen die ideologischen und ökonomischen Grundlagen der Vernichtung von Kranken aufgezeigt werden. Es wird untersucht, wie die staatliche Mordmaschinerie funktionierte, wer die Täter waren und wie sie agierten. Das Grauen und die Massenmorde begannen weit vor Auschwitz – genau vor unserer Haustüre. Es war in den Köpfen und Herzen vieler Menschen verankert. Aufschlussreich auch der Blick auf die Angehörigen der Opfer.

Mit der Sammlung soll aber vor allem ein Beitrag geleistet werden gegen das Vergessen und die Tabuisierung dieses Teils der Stadtgeschichte. Den Nationalsozialisten ging es darum, den Menschen Nummern zu geben, Missliebige zu vernichten und das Andenken an sie auszulöschen. Mit der Beschäftigung mit den Opfern erhalten diese nicht nur ihre Namen und ihre Identität sondern auch einen Teil ihrer Würde zurück.

Vielleicht trägt die Beschäftigung mit der besonderen Form der Erinnerungskultur der „Stolpersteine“ dazu bei, dass wir mit offenen Augen durch unsere Städte und Gemeinden gehen.

Die Beschäftigung mit dieser Zeit ermuntert uns zu dem täglichen „Nie wieder!“, dem Widerstehen gegen Unrecht und dem täglichen Einsatz für Menschenwürde und Menschenrechte.

Die Materialsammlung ist geeignet für den Unterricht für die Fächer Geschichte, Religion und Ethik. Die vorliegende Internetseite ist eine Fundgrube für weitere Hinweise und Materialien.

Bernd Hecktor, Astrid Heeg

 

 

 

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